ARGENTONA

Das Universum des càntir in Argentona

Seit Jahrzehnten ist Argentona die „Stadt des càntir“: Hier ist das Wassergefäß nicht nur ein Haushaltsutensil, sondern bürgerschaftliche Identität. Das Museu del Càntir wurde 1975 gegründet und befindet sich seit 2000 in Cal Carboner (16. Jahrhundert), mit einer in Europa einzigartigen Sammlung, die den atuells d’aigua gewidmet ist und von der Bronzezeit bis zu Picasso reicht. In seinen Räumen versteht man, warum der Krug Gebräuche, Feste und sogar das Stadtbild des Ortes geprägt hat.

Die keramische Seele von Argentona

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Haus Puig i Cadafalch

Sommerresidenz des Architekten Josep Puig i Cadafalch, entstanden zwischen 1897 und 1905 durch die Vereinigung und Umgestaltung von drei alten Häusern. Mit einem labyrinthartigen Inneren und ausgeprägtem mittelalterlichem Charakter besticht sie durch ihre Galerien, modernistische Elemente und ein Design, das darauf ausgelegt ist, das Gebäude mithilfe von Doppelfassaden vor der Sonne zu schützen. Das Haus ist von einem Garten und einer Umfriedung aus Sichtziegeln umgeben, befindet sich jedoch heute in einem sehr schlechten Erhaltungszustand.…
Pfarrkirche Sant Julià

Ein seit 1025 belegtes Gotteshaus mit einer spätgotischen Kirche, die 1539 geweiht wurde, sowie einem Glockenturm aus dem Jahr 1559. Die Sakramentskapelle wurde 1897 von Puig i Cadafalch mit modernistischen Elementen neu errichtet. Während des Bürgerkriegs gingen der gotische Hochaltar, die Renaissance-Kanzel und die übrigen Altäre verloren.…
Krugmuseum von Argentona

Ein dem Càntir (traditioneller Wasserkrug) und der traditionellen Töpferei gewidmetes Museum mit einer Sammlung von mehr als 4.000 Stücken, die von der Bronzezeit bis zur zeitgenössischen Keramik reicht. Es wird von der Stadtverwaltung Argentona und einem kommunalen Trägerverein verwaltet und gilt als internationale Referenz auf diesem Gebiet.…

Der lokale Charakter zeigt sich in der niedrig gebrannten Terrissa, die für Wasser gedacht ist: poröse Wände, die Verdunstung ermöglichen — der càntir „schwitzt“ und kühlt — sowie wiedererkennbare Formen (hoher Henkel, großzügiger Bauch, Ausguss). Das Museum bewahrt Typologien aus der halben Welt und einen zeitgenössisch gestalteten „càntir des Jahres“ (2025: Benedetta Tagliabue), der das Symbol aktualisiert, ohne seine Funktion zu verlieren. Die Escola Taller de Ceràmica war die Brücke zwischen Tradition und lebendiger Praxis, mit Kursen und Monografien (Niedrigtemperaturtechniken, Glasuren, càntir-Prozess).

Über Jahrhunderte war der Krug der häusliche „Kühlschrank“: Er wurde an Brunnen wie Sant Domènec gefüllt, im Schatten aufgehängt und am Tisch geteilt. Diese alltägliche Erinnerung steht im Zentrum der Festa del Càntir: Erneuerung des vot de poble, Segnung der Gewässer und Vorstellung des càntir des Jahres, eine der einzigartigsten wasser-keramischen Zeremonien Kataloniens.

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